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Viral Design Interview
Interview auf dem Barcamp Hamburg
Auf dem Barcamp Hamburg wurde ich zum Thema Viral Design interviewt. Ich denke das ist der schnellste Sprung ins Thema ;-)
Florian Bailey über Social, User und Online Strategie
Interview auf dem Barcamp Hamburg
Auf dem Barcamp Hamburg wurde ich zum Thema Viral Design interviewt. Ich denke das ist der schnellste Sprung ins Thema ;-)
In der Barcamp Hamburg 09 Session “Future of Social” wollte ich einen generellen Ausblick eröffnen und einfach etwas über die Zukunft von “Social” im Sinne von Sharing über Social Software diskutieren. Das Feedback war sehr interessant und mit dem Feedback habe ich als ersten Schritt mal folgendes Diagramm erstellt das die verschiedenen Parallel Entwicklungen aufzeigen soll.
Das ist noch nicht fertig und ich werde weiter daran arbeiten und Teile davon auch schrittweise detaillierter und ausführlicher beschreiben.
Ich würde mich aber über Feedback sehr freuen.
Grundlagen:
Virales Design und Viralität ist ein grundsätzliches Prinzip wie man Social Software (z.B. Communities, Facebook Apps oder Collaboration Software) so aufbaut das sie sich teils von selbst verbreitet. Die User sorgen für neue User. Ich habe hier mal meine Präsentation zu dem Thema eingestellt und alle relevanten Links zu meinen Artikeln und anderen Quellen zusammengefasst.
Slides der Sessions zu viralem Design
Blog Serie “Virales Design”
Teil 1: Grundlagen, Was ist virales Design
Teil 2: Kommunikation in Netzwerken
Teil 3: Beispiele viraler Applikationen
Teil 4: Elemente viralen Designs, Viral Loop, Viraler Faktor
Zum Thema:
Von Facebook Applications Viralität lernen
Ist die Applikation mailable
Alle 4 Teile als PDF ohne BilderVirales Design
Gute Blogs zum Thema
Andrew Chen
20bits Jesse Farmer
Buch Empfehlung
Viral Loop von Adam Penenberg
Ein relativ interessantes Buch das gerade erst (November 2009) erschienen ist und einen Einblick in das Wachstum verschiedener viraler Unternehmen gibt. Sehr unterhaltsam geschrieben, leider technisch an manchen Stellen nicht ganz korrekt und nicht alles was dort beschrieben wird hat tatsächlich einen Viral Loop als Funktion.Aber es gibt einen sehr guten unterhaltsamen Überblick und Einstieg in das Thema. Andrew Chen hat eine ausführlichere Rezension geschrieben.
Social Applications haben oft unvorhergesehene Konsequenzen, wie alle neuen Kommunikationsformen ändern sie traditionelles Verhalten. Ein Beispiel ist der Status einer Beziehung, bereits durch SMS wurde das Beenden einer Beziehung einfacher „es ist Schluss“ geht mit T9 schneller und ist angenehmer als mit dem Partner tatsächlich kommunizieren zu müssen.
StudiVZ und andere Netzwerke haben das ganze noch eine Spur einfacher gemacht, man ändert einfach das Datenfeld für Beziehungsstatus von „Beziehung“ in „Single“. Tatsächlich konnte ich das vor einiger Zeit bei einer Freundin beobachten, die ihre Statusmeldung auf StudiVZ änderte, dann wartete bis ihr (Ex-)Freund auf ihrem Profil auftauchte (in der Liste der letzten Besucher) und sich dann sicher war, dass sie jetzt beide wüssten das es vorbei wäre.
Die Beziehung reduziert auf ein Datenbankfeld.

Natürlich ist das bei einem Netzwerk wie StudiVZ ohne Newsfeed (Meldungen der Veränderungen auf Profilen der Freunde) relativ kompliziert, einfacher ist es bei Facebook. Man ändert den Status und sofort wird es automatisch dem gesamten Bekanntenkreis mitgeteilt. Das führt auch dazu, dass eventuell Interessierte sofort wissen dass derjenige wieder auf dem freien Markt verfügbar ist. Die Transaktionskosten sind von dramatischen Nächten voller Tränen auf Null gesunken. Auch das Facebook Beispiel habe ich so schon erlebt, über die emotionalen und persönlichen Kosten die auf diese Art entstehen, möchte ich lieber nicht spekulieren.
Häufig führt die Änderung der Statusmeldung auch zu unvorhergesehenen Konsequenzen:
A ändert den Status auf „Beziehung“
B:„mit wem?“
A:„mit dir!“
B:„WAS?“
Die Frage die das ganze aufwirft ist natürlich die nach dem finalen Status, nein nicht „Single“ sondern DER FINALE STATUS, Tod. Nur wenige Social Networks sehen ein Statusfeld für verstorbene Mitglieder vor, es mag daran liegen das die meisten von 22jährigen gegründet werden die sich noch für unsterblich halten… aber früher oder später wird die Frage aufkommen was tun mit den Zombie Profilen.
Das wichtigste ist die Statusmeldung.

„Florian hat seinen Status auf Tod geändert“ wäre sicherlich etwas harte Kost. Angenehmer wäre es, sich an den vertrauten Ritualen unserer Gesellschaft zu orientieren „Am 17.5.2008 ist Florian von uns gegangen, ihr könnt der Familie Nachrichten auf seinem Profil hinterlassen“. So oder so ähnlich könnte man den Tod in das Netzwerk integrieren. Viele Fragen bleiben offen was passiert mit Applikationen die automatisch Nachrichten schreiben „Florian wäre heute lieber in der Karibik“ ist wahrscheinlich wahr aber zwei Wochen nach dem Versterben eher taktlos. Auch Unternehmen würden tote Fans wahrscheinlich lieber in einen eigenen Bereich verschieben, schließlich könnte ein Produkt z.B. aus dem Sicherheitsbereich das nur noch tote Fans hat einen etwas eigenartigen Eindruck hinterlassen.
Profile sollten also markiert werden und viele Funktionen deaktiviert, aber es wäre häufig schade sie komplett zu entfernen. Sie sind persönliche Orte, gefüllt mit Nachrichten und Fotos, letztendlich mit Erinnerungen. Erinnerungen an einen Freund die nur einen Klick entfernt sind.
Ein Hinweis an den Leser:
Man sollte guten Freunden oder der eigenen Familie eine Möglichkeit geben nach dem eigenen Tod auf Emailaccounts und jede Art von Social Application zuzugreifen, sonst werden viele Kontakte nichts erfahren und viele Daten verloren gehen.