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Florian Bailey über Social, User und Online Strategie

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Ist die Applikation mailable?

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Zwischen all den Widgets, APIs, RSS Feeds, Facebook Apps und sonstigen Features verschwinden die Web Kernfunktionen manchmal aus dem Blick. Eine dieser Kernfunktionen ist Email.

„Na klar“ sagt da jedes Web-Projekt „wir verschicken ganz viele Erinnerungen/Notifications/whatever per email“.

Aber es geht nicht darum, ob das System Emails verschicken kann sondern darum, ob der User Emails mit Links zu dem jeweiligen Projekt verschicken kann. Und zwar zu dem Element der Applikation zu dem er eben gerade einen Link verschicken will.

mailable

Wenn ich einen tollen Blog Eintrag finde, möchte ich meistens eben nicht auf das Blog hinweisen, sondern zuallererst auf den einzelnen Eintrag. Dazu gibt es Permalinks, die ein wichtiger Faktor waren bei der Verbreitung der Blogs.

Hat die Applikation Permalinks fÜr alle relevanten Elemente?

Bei jedem Einzelelement einer Applikation sollte es möglich sein die URL zu nehmen und sie an einen Freund zu mailen. Das hat natÜrlich auch den Nebeneffekt einer besseren Suchmaschinenoptimierung.
Email ist immer noch unser online Standard Kommunikationsmedium wenn ich es nicht fÜr meine Applikation nutze könnte ich sie genauso auf einem USB-Stick vertreiben.

Ein Beispiel ist auch Flickr, erst nach dem jedes Foto eine fixe URL hatte beschleunigte sich das Wachstum „Hey schau mal das Foto“ ist als Werbung einfach nicht zu Übertreffen.

Passender Artikel von Read Write Web

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Geschrieben von Florian

7. Juli 2008 um 17:49

Status: Tod

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Social Applications haben oft unvorhergesehene Konsequenzen, wie alle neuen Kommunikationsformen ändern sie traditionelles Verhalten. Ein Beispiel ist der Status einer Beziehung, bereits durch SMS wurde das Beenden einer Beziehung einfacher „es ist Schluss“ geht mit T9 schneller und ist angenehmer als mit dem Partner tatsächlich kommunizieren zu mÜssen.

StudiVZ und andere Netzwerke haben das ganze noch eine Spur einfacher gemacht, man ändert einfach das Datenfeld fÜr Beziehungsstatus von „Beziehung“ in „Single“. Tatsächlich konnte ich das vor einiger Zeit bei einer Freundin beobachten, die ihre Statusmeldung auf StudiVZ änderte, dann wartete bis ihr (Ex-)Freund auf ihrem Profil auftauchte (in der Liste der letzten Besucher) und sich dann sicher war, dass sie jetzt beide wÜssten das es vorbei wäre.

Die Beziehung reduziert auf ein Datenbankfeld.

Liebst du mich?

NatÜrlich ist das bei einem Netzwerk wie StudiVZ ohne Newsfeed (Meldungen der Veränderungen auf Profilen der Freunde) relativ kompliziert, einfacher ist es bei Facebook. Man ändert den Status und sofort wird es automatisch dem gesamten Bekanntenkreis mitgeteilt. Das fÜhrt auch dazu, dass eventuell Interessierte sofort wissen dass derjenige wieder auf dem freien Markt verfÜgbar ist. Die Transaktionskosten sind von dramatischen Nächten voller Tränen auf Null gesunken. Auch das Facebook Beispiel habe ich so schon erlebt, Über die emotionalen und persönlichen Kosten die auf diese Art entstehen, möchte ich lieber nicht spekulieren.

Häufig fÜhrt die Änderung der Statusmeldung auch zu unvorhergesehenen Konsequenzen:
A ändert den Status auf „Beziehung“
B:„mit wem?“
A:„mit dir!“
B:„WAS?“

Die Frage die das ganze aufwirft ist natÜrlich die nach dem finalen Status, nein nicht „Single“ sondern DER FINALE STATUS, Tod. Nur wenige Social Networks sehen ein Statusfeld fÜr verstorbene Mitglieder vor, es mag daran liegen das die meisten von 22jährigen gegrÜndet werden die sich noch fÜr unsterblich halten… aber frÜher oder später wird die Frage aufkommen was tun mit den Zombie Profilen.

Das wichtigste ist die Statusmeldung.

Status Dead

„Florian hat seinen Status auf Tod geändert“ wäre sicherlich etwas harte Kost. Angenehmer wäre es, sich an den vertrauten Ritualen unserer Gesellschaft zu orientieren „Am 17.5.2008 ist Florian von uns gegangen, ihr könnt der Familie Nachrichten auf seinem Profil hinterlassen“. So oder so ähnlich könnte man den Tod in das Netzwerk integrieren. Viele Fragen bleiben offen was passiert mit Applikationen die automatisch Nachrichten schreiben „Florian wäre heute lieber in der Karibik“ ist wahrscheinlich wahr aber zwei Wochen nach dem Versterben eher taktlos. Auch Unternehmen wÜrden tote Fans wahrscheinlich lieber in einen eigenen Bereich verschieben, schließlich könnte ein Produkt z.B. aus dem Sicherheitsbereich das nur noch tote Fans hat einen etwas eigenartigen Eindruck hinterlassen.

Profile sollten also markiert werden und viele Funktionen deaktiviert, aber es wäre häufig schade sie komplett zu entfernen. Sie sind persönliche Orte, gefÜllt mit Nachrichten und Fotos, letztendlich mit Erinnerungen. Erinnerungen an einen Freund die nur einen Klick entfernt sind.

Ein Hinweis an den Leser:
Man sollte guten Freunden oder der eigenen Familie eine Möglichkeit geben nach dem eigenen Tod auf Emailaccounts und jede Art von Social Application zuzugreifen, sonst werden viele Kontakte nichts erfahren und viele Daten verloren gehen.

Geschrieben von Florian

7. Juli 2008 um 10:58

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Von Facebook Applications Viralität lernen

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In den letzten Monaten habe ich mich zusammen mit meinen Partnern/Freunden von Insert Effect darauf konzentriert Facebook und Opensocial Applikationen zu entwickeln. Sie Übernehmen die Entwicklung und ich Übernehme die Konzeption.
Ein interessanter Faktor an der Arbeit und der Konzeption von Facebook Applikationen ist zu beobachten wie tief Viralität in einer Applikation verankert sein muss um zu funktionieren.

Viralität in jeder Art von Social Application bedeutet eben nicht ob ich die Applikation an Freunde empfehlen kann oder ob ich ein virales Video besitze sondern ob die Struktur und der Aufbau einer Applikation an sich viral ist. Das klingt ziemlich kryptisch und irritiert etwas, ist aber ein einfaches Konzept.

Beispiel A: Eine Applikation gefällt dem Nutzer A und er möchte sie fÜr sich alleine nutzen.

Soweit eine schöne Sache, der Nutzer ist glÜcklich, wir sind glÜcklich, Viralität=0.

Beispiel B: Eine Applikation gefällt dem Nutzer A und er möchte sie fÜr sich alleine nutzen.
In der Nutzung der Applikation kommt automatisch der Punkt an dem er willentlich oder nicht die Applikation verbreitet um bestimmte Features nutzen zu können. Möglich wäre etwas das ein Nutzer B bestätigen oder auf andere Art damit interagieren muss. Beziehungsweise etwas auf das er mit Sicherheit reagieren will.

Viralität ist zwischen Freunden

Features ist keine gute Beschreibung in dem Fall da das ganze verschiedenste Formen annehmen kann. Das schöne auf Facebook ist das man alle diese Effekte in sehr kurzer Zeit beobachten kann. In einer Applikation wie Sell-A-Friends passiert nichts anders als das ich einen Freund fÜr Spielgeld verkaufe. Dieser wird nach dem Kauf informiert, dass er gekauft wurde. Meine einzige Möglichkeit als Gekaufter ist eigentlich mich ebenfalls anzumelden und meinen Freund zu kaufen.
Die Viralität entsteht aus der Interaktion mit der Applikation und ist essentiell fÜr die Applikation.
Sell-a-friends hätte wahrscheinlich auch als Standalone Applikation funktioniert. Der Vorteil von Facebook und anderen Netzwerken ist nur die niedrige HÜrde zur Viralität da ich meine Freunde mit einem Klick einladen kann.

Ein paar schräge Ideen zur Viralität von facebook Applikationen gibt es in der Präsentation die fÜr den Facebook Workshop von Exciting Commerce vorbereitet hatte (schon etwas länger her).
Es geht mir darum das gute Applikationen immer die Kommunikation im Freundeskreis verbessern (auch ein Zombiebiss einer albernen Applikation ist eine “ich denk an dich” Funktion).
Es geht mir darum welche emotionalen Effekte das ganze antreiben ( Laster usw.) und das diese Kommunikation im Freundeskreis der zentrale Punkt ist. Leider viele Bilder ohne Text.

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Geschrieben von Florian

6. Juli 2008 um 22:17

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