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Florian Bailey über Social, User und Online Strategie

Startup Weekend NÜrnberg 2009 – Fazit

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Wow.

Am 18.-20. September 09 fand das erste Startup Weekend NÜrnberg statt, ein Startup Weekend ist ein Open Space Event bei dem es darum geht an einem Wochenende ein Unternehmen zu grÜnden.

Organisation

Die Organisation des Startup Weekends hatte vor fast einem Jahr angefangen, dass es Überhaupt stattfand, ist zu einem großen Teil Stefan Probst zu verdanken, der als Initiator und Treiber hinter dem Event stand.

Ich hatte am Anfang noch etwas mitgeholfen, mich dann aber aus Zeitmangel aus der Organisation zurÜckgezogen und am Wochenende dafÜr mit Stefan und Stefan Peter Roos das Coaching und die Moderation Übernommen.

Ich, Stefan Peter Roos und  Stefan Probst

Ich, Stefan Peter Roos und Stefan Probst

Hier nochmal ein großes Dankeschön an das ganze Orga Team :)

Gedanken zum Konzept

Im Voraus hatten wir uns relativ viele Gedanken Über die Herausforderungen einer “GrÜndung an einem Wochenende” gemacht. Wir waren mit dem Feedback und den Berichten aus Hamburg nicht glÜcklich, da fÜr uns recht klar war, dass ein Team aus Teilnehmern die sich nicht kennen, relativ klein sein muss um an einem Wochenende zusammenzuwachsen.
Ziel war es nicht, dass am Ende 70 Teilnehmer mit Anteilen an einem Projekt aus dem Wochenende gehen und das Projekt dann einschläft sondern, dass sich tatsächlich arbeitsfähige Teams bilden die das Projekt danach weitertreiben können.

Ich war aus der Erfahrung aus eigenen Projekten und mit den verschiedenen Startups die wir beraten, durchaus skeptisch ob wir diese Gruppendynamik an einem Wochenende erreichen könnten.

Meine Erwartungen wurden weit Übertroffen.

Ablauf

Der grundsätzliche Ablauf war so gedacht, dass wir am Freitag Abend eine Lockerungsrunde und Partyartige Veranstaltung machen, am Samstag Vormittag dann die Ideenauswahl stattfindet und am Sonntag Abend der Notar kommt und die Teams grÜnden können, wenn sie wollen.

Am Freitagabend haben während des Events zusätzlich noch MOPOT aufgelegt, d.h. Benno und Manu von InsertEFFECT mit denen wir sonst Widgets, Facebook und Social Applications entwickeln.

Mopot legen live auf

Mopot legen live auf

Stefan Peter Roos und ich haben am Anfang versucht die Stimmung etwas zu lockern und die Ideen-Messlatte möglichst tief zu hängen, indem wir möglichst unsinnige Ideen vorgestellt haben.

Ich kÜndigte einen “Twittbiss” an, einen Imbiss der Live twittert wann das Steak durch ist.
Nach einer offenen Ideen Runde in der auch einige sehr gute Ideen kamen (die leider am Samstag nicht alle im Rennen waren) war dann Party mit Mopot.

"Party" am Freitag Abend

Party am Freitag Abend

Ideenpitching Samstag

Der Prozess wie wir die Ideen ausgewählt haben, wurde von Stefan Peter Roos und mir 30 Minuten bevor er begann endgÜltig definiert und währenddessen zweimal geändert.

Das haben die Teilnehmer glaube ich zum Teil durchaus bemerkt, aber wir wollten lieber flexibel auf die Situation reagieren, als mit einer starren Struktur in eine Art Event gehen die in dieser Form und mit unserer Ausrichtung zum ersten Mal stattfand.

In Hamburg war 5 Minuten nach der Ideenvorstellung die Abstimmung Über die Ideen und nur die mit den meisten Stimmen wurden weiterverfolgt, wir wollten keine Abstimmung Über die Ideen machen.

Bei einer Abstimmung Über Ideen, stimmen Teilnehmer letztendlich Über Ideen ab bei denen sie am Ende gar nicht mitarbeiten, d.h. es könnte sein das 20 Leute viel lieber an einer anderen Idee mitgearbeitet hätten, aber die anderen 80 Teilnehmer fanden sie nicht gut.

Unser Prozess war deswegen sehr offen. Im offenen Ideenpitch wurden insgesamt 22 Ideen vorgestellt. Jeder Teilnehmer schrieb die Idee dann auf ein Sticky Whiteboard die wir an alle Wände des Raumes in jeweils 2 Meter Abstand verteilt hatten. Der Gedanke war, dass die Teilnehmer durch den Raum gehen konnten und sich vor der Idee treffen und sich dadurch die potentiellen Teams langsam bilden wÜrden.

Nach einiger Zeit bin ich dann durch den Raum gegangen und bat sehr kleine oder sehr homogene Teams (nur Marketing z.B.) ob sie nicht doch lieber bei einem anderen Team mitmachen wollen.

Der Grundsatz war, dass jeder auch alleine grÜnden darf aber, dass das an so einem Wochenende keinen Sinn macht.

Ideen Gruppen sammeln sich

Ideen Gruppen sammeln sich

Am Ende haben wir alle Teilnehmer dann aufgefordert, sich endgÜltig zu dem Team zu stellen wo sie mitarbeiten wollen und die Teams die dann noch Übrig waren festgeschrieben. Unser Prozessvorbild war Übrigens eine Fernsehsendung ;-).

Dann begann der harte Part fÜr die Teams, die Teams splitteten sich auf ihre Räume auf und der Spaß fing an.

Moderation und Coaching

Der restliche “Prozess” bestand bis Sonntag Abend hauptsächlich aus regelmäßigen Status Meetings, in denen die Teams sich gegenseitig ihren Fortschritt präsentierten.

Wir haben versucht als Coaches und Moderatoren präsent zu sein und auf RÜckfrage zu helfen, wichtig war uns aber immer nicht ungefragt in die Projekte einzugreifen, sonst hätten wir leicht die Gruppendynamik abwÜrgen können. Ich denke zum größten Teil ist uns das sehr gut gelungen, manches hätte etwas flÜssiger laufen können und bei 2 Teams hätten wir vielleicht am Samstag eine andere Aufteilung empfehlen sollen. Das ist allerdings sehr schwer in dem Moment vorauszusehen und ein Eingriff zu einem späteren Zeitpunkt erschien uns fast unmöglich.

Persönlicher Eindruck

Ich fand es ein unglaubliches Wochenende, die Gruppendynamik die sich zum Teil entwickelt hat war sehr beindruckend. Bereits am Samstagabend war die Stimmung extrem gut und man hatte das GefÜhl es bilden sich Teams. Bei der Abend Präsentation liefen reihenweise “Yeaahs” durch den Raum.

Am meisten hat mich aber der Sonntag beeindruckt, es lief nicht in jedem Team zu 100% rund, aber was gerade während der Frage “GrÜnden wir oder nicht?” passierte, war echtes Startup Feeling. Man konnte in allen Teams beobachten, wie sich alle abgetastet haben und alle sicher werden wollten, ob sie zueinander passten.

Bei der Präsentation am Sonntag Abend standen einige so sehr unter Anspannung, dass sie zitterten. Das was an dem Wochenende passiert ist, war erschreckend real, das war keine Veranstaltung wo alle am Sonntag Abend rausgingen und sich gut fÜhlten, es war richtiges Startup Feeling. Ich glaube und hoffe, dass jeder etwas mitgenommen hat, Über die schönen Seiten des GrÜndens, Über die großen Fragen aber auch Über die Gruppenprozesse.

Ich bin beeindruckt, vom Event, den Teilnehmern und der Orga.

Keep on Rocking.

GrÜndungen

Am Sonntag Abend wurden zwei Unternehmen offiziell als UG gegrÜndet, das Team GrÜndersprung und das Team Nextdoorangels, mehrere andere Teams denken noch Über die GrÜndung nach ( eines hat bereits Projektanfragen von potentiellen Kunden) und ich glaube, dass noch mindestens zwei weitere Unternehmen entstehen werden.
(Zu den einzelnen Teams und Projekten mehr in den nächsten Wochen)

Aus meiner Sicht ein großartiger Erfolg. Ich hatte das ganze manchmal mehr als Planspiel gesehen, ohne die Erwartung, dass es wahrscheinlich ist das etwas Dauerhaftes entsteht…aber man lernt nie aus

Man kann an einem Wochenende grÜnden.

Die Planungen fÜr das Startup Weekend NÜrnberg 2010 haben bereits angefangen.

Geschrieben von Florian

26. September 2009 um 12:15

Virales Design – wenn Applikationen von selbst wachsen – Teil:1

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Teil 1 von 4

Wie bekommen wir mehr Nutzer? Das ist die grundsätzliche Frage, die sich jedes Online Projekt immer und immer wieder stellt. Die Antworten darauf sind Online Marketing, Suchmaschinenoptimierung und alle anderen werblichen Maßnahmen, die man nach Launch starten kann.

Aber gerade fÜr Social Applications, seien es Social Games, Social Networks oder jede andere Art von Social Software gibt es eine wichtige andere Möglichkeit, die häufig nicht genug berÜcksichtigt wird: Virales Design. Virales Design bedeutet die Applikation von Anfang so zu planen, dass sie fÜr sich selbst wirbt.
Häufig wird der Satz „Build it and they will come“ ironisch gebraucht. Entwickelt euer Projekt und die Nutzer werden von selbst kommen, klingt unsinnig. Aber der Satz und das dahinterstehende Konzept, dass Applikationen von selbst wachsen können, hat einen realen Hintergrund. Viele der erfolgreichsten Social Applications haben es geschafft, dass ihre User fast automatisch neue User werben. Sie sind viral geworden.
Viral ist nicht gleich Viralität

Viren greifen eine Zelle an

Ein Problem von Viralität als Konzept ist, dass es häufig mit viralem Marketing verwechselt wird. Jemand sagt „viral“ und alle Beteiligten fangen an Über witzige Videos nachzudenken. Viralität von Applikationen hat aber nur wenige Gemeinsamkeiten mit viralem Marketing.

Wie funktioniert virales Marketing?

Ein Beispiel fÜr virales Marketing sind die „Will it Blend“ Videos, die der Mixerhersteller Blendtec auf Youtube veröffentlich hat. Das beliebteste Video, in dem ein iPhone gemixt wird, wurde mittlerweile Über 6,8 Millionen Mal angesehen und hat den Umsatz deutlich gesteigert.
Das zeigt, dass virales Marketing funktionieren kann.

Ein beispielhafter Prozess des viralen Marketings kann folgendermaßen gestaltet sein:

Ein User entdeckt ein interessantes Video und leitet dieses an seine Freunde weiter. Diese wiederum sehen es sich selbst an und leiten es im besten Fall ebenfalls an ihre Freunde weiter.

Ob der User eine gute Applikation weiterempfiehlt, hängt jedoch von vielen verschiedenen und nicht immer nachvollziehbaren Faktoren ab.

Entdeckt jemand eine neue Applikation und empfiehlt sie per „word of mouth“, also Mundpropaganda, weiter, muss diese schon besonders toll sein. Online funktioniert das Ganze wesentlich einfacher, da die Weiterleitung oder Empfehlung immer nur einen Klick entfernt ist.

Bestimmte User können so ohne Zusatzaufwand 50 bis 100 Kontakten ein Video empfehlen. In der realen Welt kann ein User ein Video nur einem sehr kleinen Kreis ohne Mehraufwand empfehlen, daher ist wirklich schnelles virales Marketing hauptsächlich ein Online-Phänomen.

Viralität dagegen ist, wenn die Applikation an sich bereits Interaktion verlangt, die automatisch weitere Nutzer gewinnt. Ein einfaches Beispiel fÜr eine virale Applikation sind Systeme Über die Einladungen versendet werden, z.B. amiando oder evite. Ein Nutzer versendet Einladungen an seine Bekannten. Zum Bestätigen der Einladung mÜssen diese die Applikation benutzen. Ein relativ großer Teil der Nutzer wird bei der nächsten eigenen Einladung eventuell das gleiche System benutzen. Die Applikation wirbt quasi durch den Kernprozess der Nutzung bereits neue Nutzer.

Somit unterscheidet sich Viralität von viralem Marketing dadurch, dass die User durch den Kern der Applikation und nicht erst durch eine externe Funktion zur Applikation gebracht werden.

Bei der Planung von viralen Applikationen gilt es diese Art der Verbreitung zu berÜcksichtigen.

tbc… Teil 1 von 4

Geschrieben von Florian

25. September 2009 um 14:32

Web Event Termine

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Nachdem die vielen Web Branchen Termine wie Barcamps, Webmontag, Konferenzen und Messen ziemlich unÜbersichtlich geworden sind haben wir http://www.webeventtermine.de/ gestartet. Eine einfache Ãœbersichtsseite fÜr alle Termine in D und Umgebung.

Geschrieben von Florian

16. März 2009 um 10:42

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Topstripe Blendstreifen … oder wie testet man Onsite Optimierung

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Topstripe Blendstreifen sind diese seltsamen Aufkleber die man sich in die Windschutzscheibe klebt,
aber darum geht es hier eigentlich gar nicht.

Dieser Beitrag ist etwas eigenartig, er entstand aus einem grundsätzlichen Problem:

“Wie visualisiert man einem Kunden die Probleme der schlechten Suchmaschinenoptimierung und, dass sein Hauptproblem auf seiner eigenen Seite liegt?”

Meine zugegeben etwas individuelle Lösung, ist in diesem Fall einen sehr eigenartigen Blog Beitrag Über Topstripe Blendstreifen zu verfassen. Google sollte diesen Beitrag in kÜrzester Zeit unter die Top Ergebnisse schieben und ich kann meinem Kunden klar zeigen das es sich eigentlich nicht um ein umkämpftes Keyword, sondern nur um ein Problem auf seiner Seite handelt.

Ich finde das wieder ein sehr schönes Beispiel fÜr den Grundsatz das man online alles testen und verifizieren kann mit einem Budget von 10€.

Geschrieben von Florian

20. November 2008 um 23:29

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