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Florian Bailey über Social, User und Online Strategie

Archive for the ‘Zeitungszukunft’ Category

Völlig neue Werbeformen bei Sueddeutsche.de

keine Kommentare

Die Werbebeilage als PDF Download. Eine klare Frage von falsch gewichteter Wertigkeit. Eine Box auf der Startseite und angeteasert in Einzelbereichen.

Die Diskussion in der Redaktion lässt sich geradezu erahnen:
“Das muss aber auch noch auf die Seite!”
“Wie wäre es denn ganz da unten?”

User die von diesem Teaser profitieren: 100 im Monat?
User die unter der gestiegenen Komplexität leiden: 17.424.070 Visits im Jan. 2008

Gutes online Design braucht Fokus.

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Geschrieben von Florian

26. Februar 2008 um 11:29

Sueddeutsche.de – User Generated Trash

4 Kommentare

Ich verstehe das Konzept hinter Sueddeutsche.de nicht.
Auf den ersten Blick sollte man es begrÜßen, endlich echte Leserbeteiligung, jeder Leser kann jeden Artikel kommentieren
und der Kommentar steht direkt unter dem jeweiligen Artikel. Das Konzept klingt gut hat aber einen Nachteil es Übersieht den Umstand das 90% jeder Art von User Content, insbesondere im Fall von “Meinungs”-Content totaler MÜll ist.

Der Trick ist es die User selbst filtern zu lassen, Social Media Funktionen fungieren als Suchmaschine um nur den brauchbaren User Content präsentieren zu mÜssen. Den gesamten MÜll zu präsentieren verschiebt das Gewicht von Sueddeutsche.de.

Ein Aktuelles Beispiel: Der EU-Reformvertrag

Entsprechen diese Kommentare dem Durchschnitts Leser der Sueddeutschen? Will dieser sie lesen? Besitzen sie irgendeinen Wert? Tragen sie etwas bei?

Im Gegenteil durch die Kommentare wird der Artikel abgewertet, zwar gibt es ein Kommentarbewertungssystem dieses aber hat keinerlei Filterfunktion. der normale Leser sollte nur Kommentare angezeigt bekommen die bereits in der Community gefiltert sind. Das klassische Beispiel sind die slashdot Kommentare sie gelten als interessant und humorvoll da die Standardeinstellung dem User nur Kommentare Über einer gewissen BewertungshÜrde zeigt.
Tatsächlich liesse sich diese Art von Filtersystem noch viel interessanter in einer Community wie Sueddeutsche.de gestalten, mehr Reputation orientiert, Kommentarblogs fÜr die einzelnen User, Kommentare sehr hoch bewerteter User werden automatisch angezeigt die niedrig bewerteter User mÜssen erst von eingeloggten Usern bewertet werden.

Warum sollte ich momentan bei Sueddeutsche.de aktiv werden? Was wären meine Vorteile?

Es wirkt als wÜrden die Verlage Community Funktionen auf ihren Seiten entwickeln ohne sich grundsätzlich Gedanken Über Ihre Rolle zu machen. Als Zeitungsverlag sind sie mein Informationsfilter, mein BeschÜtzer vor dem nutzlosen und der Zeitverschwendung, beides sollten sie auch online sein.

Geschrieben von Florian

19. Oktober 2007 um 09:16

Abgelegt in Social Experience,Social Networks,Zeitungszukunft

BÜrgerjournalismus auf die richtige Art

1 Kommentar

Manchmal wird ein Gegensatz konstruiert wo es keinen gibt. Ein offenes System aus Bloggern kann fast nichts von dem leisten was eine klassische Redaktion leistet, aber eine Redaktion kann vieles von dem was ein offenes System leisten kann, nicht leisten.

Die Frage ist nie gewesen ob das Internet Journalisten ersetzen kann, die richtige Frage ist ob eine offene Struktur Redaktionen helfen kann, bzw. wie können die neuen Möglichkeiten uns zu einer neuen besseren Informationskultur fÜhren.

Herausforderungen des 21. Jahrhunderts fÜr Journalisten:

All diese Probleme hat ein offenes System nicht, in gewisser Weise sind diese Probleme Vorteile von offenen netzbasierten Kommunikationssystemen ( egal ob Wikis, Social Networks, News Aggreagatoren usw. ).
Aber die offenen Systeme können einen professionellen Journalisten der versucht eine neuen Blickpunkt oder einfach eine gute Zusammenfassung der bestehenden Fakten zu vermitteln nicht ersetzen. Aber sie können ihn ergänzen.


Was sueddeutsche.de falsch macht

Ein aktuelles Beispiel, sueddeutsche.de, mittlerweile eine Art Community der besten deutschen Tageszeitung, ein Artikel Über den Dalai Lama. Der Fehler im Artikel “der Dalai Lama Oberhaupt von 450 Millionen Buddhisten”, ok das ist Unsinn so viele Tibeter gibt es nicht, aber so etwas kann im Redaktionsalltag leicht passieren. Die Communityfunktionen von Sueddeutsche.de fÜhren nun dazu das dieser Fehler korrigiert wird vom User Intermedias dieser fÜhrt in den direkt unter dem Artikeln sichtbaren Kommentaren an:

“… der Dalai Lama, Oberhaupt von 450 Millionen Buddhisten” – das klingt schon fast so wie: “Horst Köhler, Staatspräsident der Europäischen Union”. Welches Volk bzw. welche buddhistische Religionsgemeinschaft der Dalai Lama repräsentiert, habe ich nicht erst am Gymnasium, sondern bereits auf der Hauptschule gelernt.

Ein wenig mehr Recherche und weniger Oberflächlichkeit stÜnde den verantwortlichen Redaktueren der SZ in dieser Hinsicht wahrlich gut zu Gesicht.

Der User hat recht, suddeutsche.de hat unrecht, aber im Gegensatz zu einer News Seite in Form von Wikinews wo die Verbesserung quasi den Gesamtartikel verbessert hätte, hat der Kommentar des Nutzers hier das Wissen der Redaktion in Frage gestellt – ohne Informationsmehrwert zu schaffen. Der normale Leser weiß jetzt trotzdem nicht warum der Satz falsch war und muss sich an anderer Stelle informieren.

Wer ist der Verlierer ? Sueddeutsche.de und der normale Leser, dessen Vertrauen in klassische Medien weiter untergraben wird, dem sich aber kein Ersatz dafÜr bietet.

Was wäre passiert wenn die Redaktion vor der Veröffentlichung im normalen Teil, die Möglichkeiten eines halboffenen Systems genutzt hätte und im Beta Bereich den Entwurf des Artikels veröffentlicht hätte ? Der Beta Bereich, der in KÜrze veröffentlichten Artikel, wird normalerweise nur von Heavy Usern genutzt ( also z.B. von mir) , diese wiederum hätten sofort angemerkt, “das mit dem Oberhaupt ist Unsinn, siehe Link…” . Der Artikel wäre vor Veröffentlichung korrigiert worden der normale User wäre besser informiert worden, sein Vertrauen in die Redaktion der SZ gleich geblieben.

Die Zukunft

Das System das ich hier anfÜhre ist nur ein Beispiel, sicher lassen sich bessere Systeme finden, aber das ist die Chance der aktuellen Debatte, es geht darum die bestehenden Experten Systeme ( Redaktionen ) zu ergänzen, nicht sie zu ersetzen. Und es geht darum sie zu verbessern, beide Vorteile in ein System zu integrieren, zum Nutzen des Users.
Das Beta System hätte in einer Redaktion von der Größe der SZ wahrscheinlich auch funktioniert wenn nur Redakteure und freie Mitarbeiter Zugriff hätten, auch dort wäre der Fehler sofort korrigiert worden. Man braucht nicht in jeder Situation komplett offene Systeme um den Informationsfluss zu verbessern.

Offene Systeme sind schneller wenn es um das finden von Informationen geht oder um einfaches Fact Checking. Redaktionen produzieren bessere Artikel, beides ergänzt sich wunderbar, wenn es in einem System zusammenfließt.

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Geschrieben von Florian

22. Juli 2007 um 14:01

Abgelegt in Zeitungszukunft