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Studie Online Communities FH Bonn-Rhein-Sieg / Spiegel Online
In Spiegel Online wird eine Studie der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg zitiert.
Ergebnisse im Überblick:
- Wenige User nutzen alle Features
- Fokus auf die Core Funktion
- User beschäftigen sich mehr mit Bekannten als mit Fremden
- Werbung hat fast keine Wirkung im Vergleich zu Mundpropaganda
Den meisten dieser Punkte kann ich zu 100% zustimmen, Kunden von mir werden meine etwas eingeschränkte Begeisterung für Werbemaßnahmen und meinen Fokus auf Mundpropaganda und Cliquen Effekte* wiedererkennen.
Zwei Punkte an der Studie sind allerdings zu kritisieren die Methodik und die Bewertung.
Der erste Teil der Studie sind Umfragen, Umfragen sind sowas von wertlos wenn es um Nutzerverhalten geht das es schmerzt.
Eine Studie im Web Bereich kann man immer dann in die Tonne treten, wenn darin steht das für die Nutzer besonders der Schutz ihrer Privatsphäre wichtig ist. Das sagen die Nutzer nämlich immer, nur handeln sie nie danach.
Ein aktuelles Beispiel, User wechseln von StudiVZ (wg. AGB Änderungen) zu Facebook ( die alles bereits tun was StudiVZ nur ankündigt). Dort veröffentlichen sie sofort mehr Ihrer Daten als sie es auf StudiVZ aufgrund der Technik je konnten.
Wenn den Usern ihre Privatsphäre so wichtig wäre würden sie nicht an jedem einzelnen “Free Ipod” Gewinnspiel teilnehmen und dabei noch das Geburtsdatum Ihrer Urgroßeltern eintragen.
Userverhalten und insbesondere die Wichtigkeit von Features lässt sich nicht per Umfrage definieren.
Insbesondere nicht mit 127 Befragten !!! bei mehreren Millionen Social Network Usern in Deutschland.
Der zweite Teil der Studie bezieht sich auf eine inhaltliche Analyse von 14 Netzwerken.
Was ist denn eine inhaltliche Analyse? Da ich nicht annehme das die Studie Zugriff auf die Analytics Daten der verschiedenen Netzwerke hatte hier mal ein Hinweis:
Die Zahl der User die ein Feature wie Blogs aktiv nutzt ( also bloggt) ist kein Hinweis auf die Wichtigkeit des Feature. Die Zahl derer die die Blogs lesen ist ein Hinweis.
Wenn nur ein Prozent der Leser etwas zu Wikipedia beiträgt ist das kein Hinweis darauf das Wikipedia den Edit Button entfernen sollte.
Aber:
Die Punkte sind alle zu 100% richtig.
Den größten Werbeerfolg hat laut Studie einfache Mundpropaganda, doch die lässt sich nur schwer steuern.
Der zweite Teil des Satzes ist nicht ganz richtig, schwer ja, aber der Anreiz dazu lässt sich über viele Arten natürlich schaffen.
Als Hinweis ich kann mich momentan nur den Artikel zitieren, da ich die Studie noch nicht gefunden habe. Für Hinweise wo ich sie finde bin ich dankbar.
*Welches Feature, welche Funktion führt dazu das ein User beginnt mehr Freunde aus seiner Clique einzuladen ?