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Florian Bailey über Social, User und Online Strategie

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Usability Review und User Experience Review – die eigene Internetseite bewerten

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Eigene Projekte zu bewerten ist schwer. Man gewöhnt sich an Gestaltungs- und Textfehler und findet die eigenartigsten Dinge logisch und verständlich.

Ein externes Review und Test ist meistens nötig aber manchmal nicht möglich.

Fragen, die helfen können:

Sind Bezeichnungen, Claims, Buttons und Texte verständlich?

Jemanden anrufen, alle Texte vorlesen und fragen.
Es gibt drei mögliche Reaktionen:
– sofort verstanden
– gar nicht verstanden
– versteht es, zögert aber einen Moment

In beiden negativen Fällen sollte man den Text komplett Überarbeiten. Ein echter User ist immer kritischer als ein Bekannter.

klingelton.png

Es lohnt sich auch bestimmte Begriffe mit der Anzahl an Suchanfragen abzugleichen. Ein Kunde hatte “Klingelton senden” als Button, auf Google wurde aber nur nach “Klingelton downloaden” gesucht.

Sind die Kernprozesse benutzbar?

Bei Flickr ist dies der Upload oder das Kommentieren eines Fotos.
Den gesamten Prozess durchgehen und bei jedem Klick fragen

-Was ist der nächste Schritt fÜr den Nutzer, ist dieser klar gekennzeichnet?
-Weiss der Nutzer, wo er gerade ist, bzw. wieviele Schritte der Prozess umfasst (2von3)?
-Wird dem Nutzer mehr gezeigt als er eigentlich braucht, kann man Elemente vereinfachen?

Wenn alles auffällig ist, fällt nichts auf.

Marketingverantwortliche stehen vor dem Problem, dass sie viele Dinge anteasern mÜssen, z.B. sollte jedes Produkt auf der Startseite sein.

Swindon Roundabout
Swindon Roundabout – viele Optionen = keine Klarheit

Das visuelle Problem ist, dass jedes weitere Element alle bisherigen Elemente abwertet.

Wenn ich Hilfe brauche und drei Navigationselemente habe „Über uns, Produkte, Service“ ist die Differenzierung einfach, bei drei konkurrierenden Elementen „Über uns, Produkte, Service, Dienstleistungen, Kontakt“ ist die Chance des Users das richtige Element zu finden deutlich gesunken.

Apple klar
Klar was gerade wichtig ist und von Apple in den Vordergrund gestellt werden soll?

Apple unklar
Immer noch klar?

Ist die Kernaussage der Seite klar? Weiss der Nutzer, worum es geht und was er als nächstes tun kann?

Usability Test Blur
Ein gutes Beispiel von Quillp. Obwohl ich den Screenshot deutlich verkleinert habe und einen Blur Filter drÜber gelegt habe, ist immer noch die Grundstruktur, der Claim „FÜr alle die BÜcher lieben“ und der “Mitmachen” Button erkennbar.

Ein simpler Blur Filter oder 3 Meter Abstand vom Bildschirm sind die schnellsten Möglichkeiten die eigene Struktur zu ÜberprÜfen.

Gibt es Feedback Möglichkeiten an kritischen Stellen?

Mehr Sinn als Umfragen mit 20 Fragen, macht es meistens den Usern an kritischen Interaktionspunkten Fragen zu stellen, z.B. nach dem Bestellprozess.

Warum meldest du dich ab
Ein Beispiel bei einem Kunden war die simple Frage: „Warum meldest du dich ab?“.
Aus den Antworten ergab sich ein Fehler im Newslettersystem, User bekamen 10 Emails in der Woche und ein prinzipielles Credibility Problem, die User bzw. die Eltern der User trauten der Seite einfach nicht


Abstand gewinnen – andere Seiten betrachten

Wenn ich ein Expert Review fÜr Kunden mache, werde ich jedesmal wieder in den mentalen „Bewertungsmodus“ zurÜckgeworfen. Das erste, was ich danach mache, ist meine eigenen Projekte anzusehen. In dem Moment bin ich distanziert genug um Probleme wieder zu erkennen.

Das kann man forcieren, indem man die Internetseiten der Konkurrenz nimmt und sie jeweils eine Stunde bearbeitet und sich Notizen macht, was man unklar und was man sehr gut gelöst findet. Danach mit der Notizenliste und der gleichen Einstellung durch die eigene Seite gehen.


Fokus nicht verlieren

Gute Usability dreht sich um den User, man darf sich selbst und seine Entscheidungen nicht zu ernst nehmen. Man arbeitet nicht fÜr sich. Man sollte die User als Personen ernst nehmen. Wer keine Wertschätzung fÜr User hat und der Meinung ist, dass “DAU” ein akzeptabler Begriff ist wird keine gute Seite produzieren.

Das Thema ist leider zu umfangreich um es in einen Artikel abzuschliessen. Ich werde es schrittweise ergänzen. Wichtig ist sich trotzdem Feedback von außen zu holen, Über Tests, Über Reviews, Über Meinungen, Über Feedback Über was auch immer… letztendlich ist man bei eigenen Projekten immer voreingenommen und betriebsblind.

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Geschrieben von Florian

13. September 2008 um 17:42

Abgelegt in Usability

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Abwägung – Was ist zentral fÜr den Erfolg von Web Projekten?

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Jedes online Projekt besteht aus Myriaden kleiner Abwägungsentscheidungen. Sollte man die Seite mehr fÜr Zielgruppe A oder B entwickeln? Sind mehr Funktionen schon Feature Creep oder nicht?

Aber was ist die Skala? Welches sind die wichtigsten Faktoren?

Da das grundsätzliche Angebot bei jedem Projekt anders ist und die Anziehungskraft verschiedener Angebote verschieden ist, bleiben nur Faktoren wie SEO, alle andere Formen von Marketing, das Design, usw.

Aber was ist das Wichtigste?

Das wichtigste ist die User Experience und die Usability des Projektes.

Warum?

Weil der Erfolg jeder anderen Maßnahme dadurch definiert wird.

Wenn durch gute Suchmaschinenoptimierung 100.000 neue Nutzer auftauchen, aber immer nur 1% es schafft die Seite zu benutzen und durch einfache Veränderungen in der Usability 2% es schaffen werden, war die Suchmaschinenoptimierung doppelt so effektiv.

Trichter

Usability ist die letzte HÜrde vor der Conversion, alles andere sind relevante Faktoren, aber sie finden vor der HÜrde statt und durch die Höhe der HÜrde wird definiert wie erfolgreich sie Überhaupt sein können.

Viralität ist eines meiner Lieblingsthemen, aber selbst wenn ich ein Projekt habe, bei dem jeder User 200 neue User einlädt, aber diese es nicht benutzen können, ist das Projekt gescheitert.

Schlechte Usability hat auch einen erschreckenden Effekt auf den Willen der Nutzer sich weiter mit dem Projekt zu beschäftigen. Sie gibt ihnen ständig das GefÜhl „Du bist zu dumm“. Die Ausgangslage in die man die eigenen Nutzer bringt sollte aber nie „du bist dumm“ sein, sondern „you rock“.

Pilot in 3 Sekunden

Gutes Design kann sehr wichtig sein und kann auch die Usability eines Projektes verbessern, aber es ist viel einfacher erfolgreiche hässliche Seiten zu finden, die einfach nutzbar sind, als schöne erfolgreiche Seiten, die schwer zu nutzen sind.

Online ist Usability so extrem wichtig fÜr jedes Projekt weil die Konkurrenz so nah ist (ein Klick) die Lernbereitschaft so gering (gar keine) und die Zeit die man zum Ãœberzeugen hat aus Sekunden besteht.

3 Schritte zum Erfolg

1. Ein Überzeugendes Angebot
2. Es tatsächlich nutzbar machen
3. Der Rest

Partyservice Berlin

Geschrieben von Florian

8. Juli 2008 um 09:15

Abgelegt in Usability,User Experience,User Interface

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Völlig neue Werbeformen bei Sueddeutsche.de

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Die Werbebeilage als PDF Download. Eine klare Frage von falsch gewichteter Wertigkeit. Eine Box auf der Startseite und angeteasert in Einzelbereichen.

Die Diskussion in der Redaktion lässt sich geradezu erahnen:
“Das muss aber auch noch auf die Seite!”
“Wie wäre es denn ganz da unten?”

User die von diesem Teaser profitieren: 100 im Monat?
User die unter der gestiegenen Komplexität leiden: 17.424.070 Visits im Jan. 2008

Gutes online Design braucht Fokus.

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Geschrieben von Florian

26. Februar 2008 um 11:29

Abgelegt in Advertisement,Analytics,evtl. lustig,Usability,User Interface,Zeitungszukunft

Nieder mit IT – Usability mit Pigor und Eichhorn

5 Kommentare

Anti IT Kabarett …. ab Minute 7:00 wird es richtig scharf. Danke an Andreas

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Geschrieben von Florian

18. Februar 2008 um 10:59

Abgelegt in evtl. lustig,Usability,User Experience,Videos