Usability und IA – Review des SPON Headers
Neulich habe ich mir den Spiegel Online Header etwas genauer angesehen.
Interessant an dem Header ist, dass es eines der meistgesehenen Elemente im deutschsprachigen Internet ist. Es ist außerdem ein sehr stark gebrandetes Element, unverwechselbar in der Gestaltung und muss für Millionen User als Navigation funktionieren.
Wenn man sich das einzelne Element ansieht statt der ganzen Seite, fallen einem Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten auf. Es werden die gleichen Fehler gemacht wie auf kleineren Seiten, zu viele Elemente und zu wenig Struktur.
Datum
Das Datum ist ein sehr skurriles Element, dass sich hartnäckig auf Internetseiten von Zeitungen und Magazinen hält. Egal ob FAZ, New York Times oder SZ es scheint wichtig zu sein, dem User mitzuteilen welches Datum heute ist. Da die meisten User bereits eine Datumsanzeige auf ihrem Desktop haben, gibt es dafür keine sinnvolle Begründung. Es scheint einen gewissen nostalgischen Wert zu haben.
Suchfeld
Suchfelder sind eigentlich einfach: ein Eingabefeld und ein Button “Suchen”.
Bei Spiegel Online sehen wir die beliebte Variante mit dem auslösenden Icon statt einem klaren Button. Buttons sollten immer klar als solche erkennbar sein und es sollte erkennbar sein was sie auslösen.
Eine beliebte, aber unsinnige Variante ist der “Finden” Button.
. “Bei uns sucht man nicht sondern findet man” scheint jemand gedacht zu haben. Es gilt die Grundregel wenn es ein universales Standard Interface für eine Funktion gibt, sollte man sehr triftige Gründe haben sich nicht daran zu orientieren. Auch die Logik hinter dem Begriff “Finden” ist falsch. Es ist keine Aktion. Ich kann in den Wald gehen um etwas zu suchen aber nicht um etwas zu finden. In der User Experience verspricht der Begriff eventuell mehr als er halten kann, was wenn es kein Ergebniss gibt und der User nichts findet?
Schade, dass bei der SZ nicht konsequent “Findergebniss nicht gefunden” angezeigt wird.
Schlechte Gliederung
In der obersten Leiste des SPON Headers ist alles durcheinandergeworfen. Zusätzlich sind einige Begriffe ungeschickt gewählt. “Startseite” führt nicht zur Startseite, sondern zur Erklärung wie man diese Seite zur Startseite macht.
“Schlagzeilen” hätte ich als Link zur Startseite interpretiert, führt aber zu diversen Newstickern.Und gleich neben RSS findet man das TV-Programm.
Obwohl nicht viel geändert ist, merkt man wie nur das Ändern dieser kleinen Elemente den Header klarer und einfacher zu nutzen macht. Um so weniger Ablenkung der User hat, um so eher findet er sein Ziel.
Tamim
29. Sep 08 um 08:33
Was das Suchfeld betrifft hast du sicher recht. Dennoch sucht der User auf der Website eigentlich nur nach einem Eingabefeld das er als Suchfeld erkennt tippt dann etwas ein und drückt auf Return.
Ich habe noch nie geschaut ob da nun “Suchen” oder “Finden” steht. Dennoch hast du prinzipiell recht.
Benno Bartels
29. Sep 08 um 10:11
Das mit dem Datum hat hier warscheinlich weniger den Sinn den leuten zu zeigen welches Datum heute ist, als den News einen Zeitstempel zu geben (vgl. Tageszeitungen).
Ich es nicht einsparen, lieber erweitern – durch die Info vor wieviel Minuten das letzte update gefahren wurde. Oder noch besser die Info: “Seit Sie zum letzen mal auf der Seite waren hat sich X, Y und Z verändert…”
benno
ps hast wohl gestern viel auf SPON verbracht ;-) bei den news kommt ja auch freude auf
Tobias
29. Sep 08 um 14:16
finde du bist zu streng florian
Florian
29. Sep 08 um 14:52
@Tamim Suchen mit Enter ist gar nicht mal so verbreitet, hängt stark vom Wissenstand des User ab. Suchen ist nicht nur klarer es ist auch ein Schlüsselwort beim scannen, d.h. User finden das Eingabefeld schneller wenn ein Button suchen daneben ist statt einer finden.
@Benno das ergibt aber nur Sinn bei den einzelnen Artikeln, da würde ich es auch nicht kritisieren, die Gesamtausgabe Spiegel Online hat schließlich kein Erscheinungsdatum, ein neueste artikel Feld kann durchaus Sinn machen hat aber wieder nix mit dem aktuellen Datum zu tun.
@Tobias ist mein Job :-)