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Florian Bailey über Social, User und Online Strategie

Status: Tod

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Social Applications haben oft unvorhergesehene Konsequenzen, wie alle neuen Kommunikationsformen ändern sie traditionelles Verhalten. Ein Beispiel ist der Status einer Beziehung, bereits durch SMS wurde das Beenden einer Beziehung einfacher „es ist Schluss“ geht mit T9 schneller und ist angenehmer als mit dem Partner tatsächlich kommunizieren zu mÜssen.

StudiVZ und andere Netzwerke haben das ganze noch eine Spur einfacher gemacht, man ändert einfach das Datenfeld fÜr Beziehungsstatus von „Beziehung“ in „Single“. Tatsächlich konnte ich das vor einiger Zeit bei einer Freundin beobachten, die ihre Statusmeldung auf StudiVZ änderte, dann wartete bis ihr (Ex-)Freund auf ihrem Profil auftauchte (in der Liste der letzten Besucher) und sich dann sicher war, dass sie jetzt beide wÜssten das es vorbei wäre.

Die Beziehung reduziert auf ein Datenbankfeld.

Liebst du mich?

NatÜrlich ist das bei einem Netzwerk wie StudiVZ ohne Newsfeed (Meldungen der Veränderungen auf Profilen der Freunde) relativ kompliziert, einfacher ist es bei Facebook. Man ändert den Status und sofort wird es automatisch dem gesamten Bekanntenkreis mitgeteilt. Das fÜhrt auch dazu, dass eventuell Interessierte sofort wissen dass derjenige wieder auf dem freien Markt verfÜgbar ist. Die Transaktionskosten sind von dramatischen Nächten voller Tränen auf Null gesunken. Auch das Facebook Beispiel habe ich so schon erlebt, Über die emotionalen und persönlichen Kosten die auf diese Art entstehen, möchte ich lieber nicht spekulieren.

Häufig fÜhrt die Änderung der Statusmeldung auch zu unvorhergesehenen Konsequenzen:
A ändert den Status auf „Beziehung“
B:„mit wem?“
A:„mit dir!“
B:„WAS?“

Die Frage die das ganze aufwirft ist natÜrlich die nach dem finalen Status, nein nicht „Single“ sondern DER FINALE STATUS, Tod. Nur wenige Social Networks sehen ein Statusfeld fÜr verstorbene Mitglieder vor, es mag daran liegen das die meisten von 22jährigen gegrÜndet werden die sich noch fÜr unsterblich halten… aber frÜher oder später wird die Frage aufkommen was tun mit den Zombie Profilen.

Das wichtigste ist die Statusmeldung.

Status Dead

„Florian hat seinen Status auf Tod geändert“ wäre sicherlich etwas harte Kost. Angenehmer wäre es, sich an den vertrauten Ritualen unserer Gesellschaft zu orientieren „Am 17.5.2008 ist Florian von uns gegangen, ihr könnt der Familie Nachrichten auf seinem Profil hinterlassen“. So oder so ähnlich könnte man den Tod in das Netzwerk integrieren. Viele Fragen bleiben offen was passiert mit Applikationen die automatisch Nachrichten schreiben „Florian wäre heute lieber in der Karibik“ ist wahrscheinlich wahr aber zwei Wochen nach dem Versterben eher taktlos. Auch Unternehmen wÜrden tote Fans wahrscheinlich lieber in einen eigenen Bereich verschieben, schließlich könnte ein Produkt z.B. aus dem Sicherheitsbereich das nur noch tote Fans hat einen etwas eigenartigen Eindruck hinterlassen.

Profile sollten also markiert werden und viele Funktionen deaktiviert, aber es wäre häufig schade sie komplett zu entfernen. Sie sind persönliche Orte, gefÜllt mit Nachrichten und Fotos, letztendlich mit Erinnerungen. Erinnerungen an einen Freund die nur einen Klick entfernt sind.

Ein Hinweis an den Leser:
Man sollte guten Freunden oder der eigenen Familie eine Möglichkeit geben nach dem eigenen Tod auf Emailaccounts und jede Art von Social Application zuzugreifen, sonst werden viele Kontakte nichts erfahren und viele Daten verloren gehen.

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Geschrieben von Florian

7. Juli 2008 um 10:58

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  1. social networking | MEIERis.li

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  1. Florian

    25. Sep 09 um 17:28

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