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Florian Bailey über Social, User und Online Strategie

Sueddeutsche.de – User Generated Trash

4 Kommentare

Ich verstehe das Konzept hinter Sueddeutsche.de nicht.
Auf den ersten Blick sollte man es begrÜßen, endlich echte Leserbeteiligung, jeder Leser kann jeden Artikel kommentieren
und der Kommentar steht direkt unter dem jeweiligen Artikel. Das Konzept klingt gut hat aber einen Nachteil es Übersieht den Umstand das 90% jeder Art von User Content, insbesondere im Fall von “Meinungs”-Content totaler MÜll ist.

Der Trick ist es die User selbst filtern zu lassen, Social Media Funktionen fungieren als Suchmaschine um nur den brauchbaren User Content präsentieren zu mÜssen. Den gesamten MÜll zu präsentieren verschiebt das Gewicht von Sueddeutsche.de.

Ein Aktuelles Beispiel: Der EU-Reformvertrag

Entsprechen diese Kommentare dem Durchschnitts Leser der Sueddeutschen? Will dieser sie lesen? Besitzen sie irgendeinen Wert? Tragen sie etwas bei?

Im Gegenteil durch die Kommentare wird der Artikel abgewertet, zwar gibt es ein Kommentarbewertungssystem dieses aber hat keinerlei Filterfunktion. der normale Leser sollte nur Kommentare angezeigt bekommen die bereits in der Community gefiltert sind. Das klassische Beispiel sind die slashdot Kommentare sie gelten als interessant und humorvoll da die Standardeinstellung dem User nur Kommentare Über einer gewissen BewertungshÜrde zeigt.
Tatsächlich liesse sich diese Art von Filtersystem noch viel interessanter in einer Community wie Sueddeutsche.de gestalten, mehr Reputation orientiert, Kommentarblogs fÜr die einzelnen User, Kommentare sehr hoch bewerteter User werden automatisch angezeigt die niedrig bewerteter User mÜssen erst von eingeloggten Usern bewertet werden.

Warum sollte ich momentan bei Sueddeutsche.de aktiv werden? Was wären meine Vorteile?

Es wirkt als wÜrden die Verlage Community Funktionen auf ihren Seiten entwickeln ohne sich grundsätzlich Gedanken Über Ihre Rolle zu machen. Als Zeitungsverlag sind sie mein Informationsfilter, mein BeschÜtzer vor dem nutzlosen und der Zeitverschwendung, beides sollten sie auch online sein.

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Geschrieben von Florian

19. Oktober 2007 um 09:16

4 Kommentare zu “Sueddeutsche.de – User Generated Trash”

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  1. Matthias

    19. Okt 07 um 10:01

    Der Vorschlag fÜr die SÜddeutsche klingt auf den ersten Blick recht gut: Die Qualität des Mediums wÜrde steigen, wenn hauptsächlich (nur noch) sinnvolle Kommentare angezeigt werden.

    Ãœbersieht diese Argumentation aber nicht, dass es dazu einer ziemlich großen Leserschaft (die auch aktiv kommentiert) bedarf? Und wie geht man damit um, dass die Neigung zu kommentieren von Thema zu Thema unterschiedlich ausfallen kann? Und schließlich: Was werden wohl frustrierte Leser machen, deren Kommentare laufend als unqualifiziert eingestuft werden?

    Heikles Thema….

  2. Florian

    19. Okt 07 um 10:14

    Kommt darauf an um was es dir geht. Es wird immer ein verschwindend geringer Teil deiner Leserschaft kommentieren, das ist ganz normal und nicht änderbar. Wenn die Kommentare auch Wert fÜr die 99,9% Leser die nicht kommentieren haben sollen, musst du filtern.

    Filtern ist das Social Web, kommentieren ging schon vorher. Digg, Reddit, Stumble egal um welchen Bereich es geht, letztendlich sind alle Social Media Funktionen auch Filterfunktionen.

    Zu den Einzelpunkten:
    Es braucht nur wenige gute Kommentare pro Artikel, es bewerten mehr User als kommentieren wenn es technisch richtig gelöst ist

    Thematisch ist ein rein technisches Problem, meine Reputation in eines bestimmten Bereich ist höher als in einem anderen.

    Frustrierte Leser werden nicht mehr kommentieren, wenn ihre Kommentare immer niedrig bewertet werden oder ihren Kommentarstil ändern. Beides ist aus Sicht eines Content Filters wÜnschenswert.
    Was sie nicht tun werden ist nicht mehr zu lesen, bzw. der Teil ist so verschwindend gering das es keine Relevanz hat, insbesondere im Vergleich zu den 90% glÜcklicheren Lesern fÜr die die Kommentare relevanter sind.

    Ist gar kein heikles Thema mehr :-) da du die gleiche Situation letztendlich in jeder Art von Social Network/Media/App hast und dort immer die gleichen Erfahrungen gemacht werden.
    Mit dem einen Unterschied das bei Sueddeutsche.de die normalen (nicht aktiven) Leser noch relevanter sind, schliesslich gehen 99% nicht auf ihre Seite um zu kommentieren sondern um zu lesen.

  3. Matthias

    19. Okt 07 um 11:28

    ok, so kann man das schon sehen. Allerdings sollte die SÜddeutsche dafÜr erst Überhaupt einmal eine größere Community (im Web) aufbauen und an sich binden, oder?

  4. Florian

    19. Okt 07 um 13:58

    Damit hast du recht, habe ich auch Überlegt ob das Ihre Intention ist, allerdings gibt es das Problem der Early Adopters. Wieso sollte ich irgendeiner Plattform beitreten deren Mitglieder ich abschreckend finde ?
    Die ersten Mitglieder formen den Stil, Umgangston und Content einer Community häufig sehr stark. Weil neue Mitglieder sie sich damit nicht identifizieren können einfach nicht beitreten.

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