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Florian Bailey über Social, User und Online Strategie

Wieviele Social Networks braucht ein Mensch ? Teil 2

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Ein guter Einwand von Andreas Reiffen:

Ich empfinde die immer größere Zahl sozialer (Nischen-) Netzwerke eher als Belastung. Man läuft Gefahr, sich einer Art Gruppenzwang geschlagen zu geben und in immer mehr Netzwerken mitzumischen. Sich in mehr als 3 Netzwerken wirklich aktiv zu beteiligen kostet einfach extrem viel Zeit, die man vielleicht lieber denjenigen widmen sollte, die einem im richtigen Leben nahe stehen. Die Web 1.0 Zeiten, in denen man noch passiver Beobachter war, waren da manchmal etwas entspannter.

Ich verstehe den Gedanken und das Problem dahinter, tatsächlich sehe ich das sogar als großes Problem fÜr viele Arten von Netzwerken.

Wenn ich bereits Mitglied in vielen Netzwerken bin steigt fÜr mich der Widerstand in einem weiteren Mitglied zu werden. Der Fokus darf also nicht auf “Wir sind die Ruder Community” gelegt werden. Wenn ich mir denke “ah eine Ruder Community”, denke ich mir “oh Gott noch eine”.
Der Fokus von der gesamten Konzeption und User Experience muss auf einen tatsächlichen Mehrwert den ich bei Bedarf abrufen kann ausgerichtet sein.
Reine Vernetzung mit anderen Menschen die rudern hat keinen Wert fÜr mich, es muss ein contentbasierter Mehrwert da sein. User generated Content ist nur dann richtig wertvoll wenn es tatsächlicher Content mit Wert fÜr die Nische ist. Eine Art menschlich generierter Suchmaschinenspam “Alice du bist ja heiss, schick mir mal ne IM, ich ruder Übringens auch” hat wenig Wert fÜr eine kleine spezialisierte Community. Eine Funktionalität in der ich meine Ruderkilometer automatisiert ( z.B. GPS + Java App Handy ) tracken kann und gleichzeitig mit den Trainingsmethoden anderer vergleichen kann schafft Mehrwert und tatsächlichen fÜr die Nische relevanten Content.

Es ist das Last.FM Prinzip, natÜrlich geht es um das Sammeln von Daten und z.B. den Abgleich von User Profilen aber ohne das ich es merke. Communities werden Zusatzfunktionalität brauchen die an der Nische ausgerichtet ist.

FÜr den User ergibt sich dadurch auch eine Entspannung im Nutzungsszenario anders als Myspace oder StudiVZ gibt es kein “du musst jetzt mitmachen und irgendwie sozial sein” sondern ein “Ich nutze es wenn ich es brauche, ansonsten ignoriere ich es”.

Beispiele fÜr diese Art Nutzung in meiner Liste:
Xing ( wobei ich da eigentlich noch ein Forum betreibe fÜr das ich aber keine Zeit habe ) ,
Reiseseiten, Fotos, Last.FM ( das beste Beispiel eigentlich nutze ich es ununterbrochen aber ich merke es nicht ), Rezepte ( nur wenn ich nach etwas bestimmten Suche oder etwas bestimmtes gekocht habe und es veröffentliche will ), Events, Einladungen, Ebay, Amazon.

Die Schwierigkeit dabei ist das die Community den Nutzen fÜr mich so hoch gestalten muss das ich wirklich wiederkomme wenn ich gerade wieder Interesse habe, außerdem muss die HÜrde am Anfang so niedrig wie irgend möglich sein.

Eine wichtige Grundregel daraus:
Anmeldung = Username + Emailadresse .

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Geschrieben von Florian

20. Juli 2007 um 11:47

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